Veranstaltungen 2012

Die aktuellen Veranstaltungen finden Sie hier.

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Mittwoch, 18.04.2012, 11 Uhr, Raum 2.41

Vortrag: Christian Kravagna

Sich durch die „Rasse“ arbeiten -
Anthropologie, Kunst und Politik im Kontext des New Negro Movement

Im Zuge der ersten großen Emanzipationsbewegung der African Americans in der Zwischenkriegszeit kommt der Anthropologie als einer Leitdisziplin des kolonialrassistischen Welt- und Menschenbildes eine besondere Funktion zu. Theorie und Praxis der Anthropologie nehmen im Kontext der Harlem Renaissance teilweise mit den Konzepten des Schwarzen Empowerment sympathisierende Haltungen ein. Es entstehen Allianzen und Kooperationen weißer WissenschaftlerInnen mit Schwarzen ProtagonistInnen, die einen Grundstein legen für die Überwindung des „Rasse“-Konzepts in der Anthropologie und dessen popularisierten Vorstellungen von Differenz. Der Vortrag behandelt an einem konkreten Beispiel die Potenziale und Probleme dieses neuartigen Naheverhältnisses von Anthropologie und emanzipatorischen Politiken. Kunst (in einem weiter gefassten Verständnis) wird dabei als Feld einer produktiven Bearbeitung des weiterhin gespannten Verhältnisses von weißer Wissenschaft und Schwarzer Politik herausgestellt.

Eintritt frei.

 

Christian Kravagna ist Kunsthistoriker, Kritiker und Kurator. Er ist Professor für Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien. Herausgeber der Bücher Privileg Blick. Kritik der visuellen Kultur, Berlin 1997; Agenda. Perspektiven kritischer Kunst, Wien/Bozen 2000 und Das Museum als Arena. Institutionskritische Texte von KünstlerInnen, Köln 2001. Kurator der Ausstellungen Routes: Imaging travel and migration, Grazer Kunstverein 2002; Migration: Globalisation of Cultural Space and Time, Max Mueller Bhavan, New Delhi 2003 (mit Amit Mukhopadhyay); Planetary Consciousness, Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg 2008 und Living Across: Spaces of Migration, Akademie der bildenden Künste Wien 2010. Seit 2005 leitet Christian Kravagna mit Hedwig Saxenhuber den Kunstraum Lakeside in Klagenfurt.

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Rundgang an der HGB

Wie jedes Jahr findet im Anschluss an das Wintersemster der HGB-Rundgang statt:

Vom 09. bis zum 12. Februar 2012 präsentieren Studierende, Diplomanden und Meisterschüler aus den vier Studiengängen Malerei/Grafik, Fotografie, Buchkunst/Grafik-Design und Medienkunst neue Arbeiten, Klassenausstellungen und aktuelle Projekte. Wie schon im vergangenen Jahr sind zudem auch Studierende des noch jungen Masterstudiengangs „Kulturen des Kuratorischen“ in den Rundgang involviert.

Während dieser 4 Tage wird die ganze HGB zur Ausstellungsfläche: Klassenräume, Gänge, Treppenhäuser. Den Fahrstuhl wird beispielsweise unsere Studentin Carolin Hochleichter dazu nutzen, dem geneigten Besucher den Begriff der KURATITIS vorszustellen.

Ein weiteres Projekt einer KdK-Studentin, Kathrin Pohlmann, ist die bedingungslose akademie, die am Rundgangsdonnerstag und -freitag in Vorträgen, Ausstellungen und vielem mehr überlegt: how to perform an art school.

Einige Studentinnen der 2. KdK-Generation haben sich für den Rundgang mit der Klasse für Fotografie von Heidi Specker zusammengetan. Das Ergebnis wird in Raum 2.10 zu sehen sein.

Zum Abschluss dieser dichten Tage laden wir noch herzlich zum KdK-Abschlusskolloquium ein, in dem Kathrin Pohlmann und Carolin Hochleichter ihre theoretischen Masterarbeiten vorstellen, von ihren Projekten berichten und sich den Fragen der Prüfer stellen werden. Das Kolloquium findet am 13.02. (Mo) von 11 bis ca. 13 Uhr in Raum 3.48 in der HGB statt.

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film plus*: Jeanne d’Arc auf dem Tahrirplatz
 
mit Iman Kamel, Moderation Luc-Carolin Ziemann

Termin: 11. Februar 2012, 19 Uhr
Ort: Galerie für Zeitgenössische Kunst
       Karl-Tauchnitz-Str. 9-11, 04107 Leipzig

Eintritt: 3,50 EUR

Am 11.02.2012 jährt sich der Rücktritt des ägyptischen Despoten Hosni Mubarak. An diesem Tag haben die RevolutionärInnen vom Tahrirplatz Geschichte geschrieben. Mit dem Sturz des Regimes inspirierten sie Menschen auf aller Welt. Gerade die Tatsache, dass im Arabischen Frühling entgegen aller Wahrscheinlichkeit Muslime und Christen, Frauen und Männer, Arbeiter und Intellektuelle gemeinsam auf die Strasse gingen, motivierte viele Nachahmer. Kurz darauf begannen auch in Madrid, New York und Berlin Demonstrationen für eine andere Gesellschaft.
Frauen spielten eine wichtige Rolle im Arabischen Frühling. Ohne die weiblichen Aktivistinnen mit und ohne Kopftuch wären die Revolutionen in Ägypten, Tunesien und Syrien undenkbar. Diese Frauen waren bereit, mit aller Kraft für die Freiheit zu kämpfen. Die Filmemacherin Iman Kamel (Kairo/Berlin) sieht in ihnen legitime Nachfolgerinnen der legendären Jeanne d’Arc.
Heute, ein Jahr danach, werden die politischen Frühlingsgefühle von massiver Frustration überschattet. Es häufen sich die Anzeichen, dass Frauen ganz gezielt wieder aus dem politischen Diskurs verdrängt werden sollen. Der Tahrirplatz ist von einem Ort der gelebten Freiheit und Utopie wieder zu einem Platz geworden, auf dem Frauen Angst um ihre persönliche Integrität haben.  
Iman Kamel hat in ihrem mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Beit Sha’ar“ eine starke Frau portraitiert, die innerhalb der patriarchalen ägyptischen Gesellschaft ihren eigenen Weg geht. Die Beduinin Selema lebt im Sinai, an der Grenze zu Israel. Selema ist eine starke, ganz und gar unabhängige Frau, die es geschafft hat, in dieser unwirtlichen, stark militarisierten Gegend aus den starren Traditionen auszubrechen. Iman Kamels Film ermöglicht uns mit eindrucksvollen Bildern einen Einblick in das Leben dieser außergewöhnlichen Frau und der (vor-revolutionären) ägyptischen Gesellschaft.
Momentan arbeitet Iman Kamel für ihr neues Projekt „Jeanne d’Arc Masriya” (“Die ägyptische Jeanne d’Arc”) mit verschiedenen ägyptischen Aktivistinnen zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Frauen selbst und die Frage, wie es gelingen kann, die ganz bewusste Verknüpfung des Privaten mit dem Politischen gerade in Zeiten der Repression nicht aufzugeben.

“We are not only changing the regime.
We are changing ourselves.
We are discovering ourselves anew!”
Nada (Activist in Tahrirsquare)

Vorführung: “Beit Sha’ar” Iman Kamel (2010), Ägypten, Deutschland, 61 min.

Im Anschluss an die Vorführung laden wir zu einem Gespräch mit Iman Kamel ein.
Die Veranstaltung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Pressebilder zum Download und Informationen: http://filmplusleipzig.wordpress.com
Pressekontakt: filmplusleipzig@googlemail.de oder 0173-3925231

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TIMING - On the Temporal Dimension of Exhibiting

„Timing – Zur zeitlichen Dimension des Ausstellens“ ist eine Tagung des Studiengangs „Kulturen des Kuratorischen“ und „Studio International“ mit Beiträgen von Pierre Bal-Blanc (Paris), Claire Bishop (New York), Sabine Breitwieser (New York), Barbara Clausen (Montreal), Bassam el Baroni (Kairo), Adrian Heathfield (London), Nikolaus Hirsch (Frankfurt a.M.), Maria Muhle (Weimar), Hartmut Rosa (Jena), Gregor Stemmrich (Berlin), Philippe Parreno (Paris), Bennett Simpson (Los Angeles), Kerstin Stakemeier (Berlin) und anderen.

Konzept: Beatrice von Bismarck, Rike Frank, Jörn Schafaff und Thomas Weski

Die aktuelle Forschung in den Bereichen von Kultur, Gesellschaft und Politik widmet sich verstärkt dem Umstand, dass (ästhetische) Erfahrung und Bildung, gesellschaftliche Übereinkünfte und soziale Interaktion nicht allein durch Raum, sondern wesentlich auch durch Zeit strukturiert sind. Unter Schlagworten wie Beschleunigung, Handlungsorientierung, Prozessualität und Mobilität hat Zeitlichkeit jüngst eine besondere Relevanz innerhalb dieser Diskurse gewonnen. Die Sozialwissenschaften und die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen der Anthropologie, der Cultural und der Postcolonial Studies, der Kunstgeschichte, der Architekturtheorie sowie der Theater-, Film- oder Tanzwissenschaft führen darüber intensive Auseinandersetzungen, genauso wie die verschiedenen Kunstgattungen selbst – von der bildenden Kunst, über Tanz, Film und Theater, bis zur Architektur.

Eine zentrale Überschneidungsfläche dieser Auseinandersetzung ist die Ausstellung, verstanden als transdisziplinärer und transkultureller Raum der Präsentation. Gesellschaftliche Modellsphäre und Medium der Wissensvermittlung zugleich, ist sie bereits in sich in der Zeit angelegt: als Präsentationsform von bestimmter Dauer und als Ereignis des Zusammentreffens unterschiedlicher Akteure – von den Exponaten über die Künstler/innen und Kurator/innen, bis hin zu den Rezipient/innen und der Institution. Sie tritt als ein Set raumzeitlicher Relationen in Erscheinung, in dem sich zeitbezogene Fragestellungen aus den künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen durchkreuzen. Der Aufführungscharakter von Ausstellungen hat damit deutlich an Relevanz gewonnen. Hinzukommt, dass die Abgrenzung zwischen dem Status von Ausstellung und Werk zunehmend porös wird. Gleiches gilt für die Rollenverteilung von Künstler/innen und Kurator/innen und die beim Ausstellen anfallenden Arbeiten (Ermöglichen, Produzieren, Zusammenstellen, Präsentieren, Vermitteln) – eine Beobachtung, die sich erst in der Verschränkung von Ausstellen und Zeitlichkeit adäquat fassen lässt.

Diese Verschränkung macht die Ausstellung zum Untersuchungs- und Austragungsmedium zentraler ästhetischer, sozialer und ökonomischer Fragestellungen des beginnenden 21. Jahrhunderts. Ziel der Tagung „Timing: Zur zeitlichen Dimension des Ausstellens“ ist, bisher voneinander getrennte wissenschaftliche, kuratorische und künstlerische Diskurse in einer transdisziplinären und transkulturellen Perspektive zusammenzuführen und gemeinsame Ansätze für die zukünftige Forschung zu formulieren. Dazu gilt es, den theoretischen Diskurs mit solchen Beispielen der Handhabung von Zeit in Verbindung zu bringen, die signifikant von den vorherrschenden institutionellen Konventionen abweichen und so die zur Diskussion stehenden Zeit-Phänomene der Reflexion zuführen. Zu untersuchen sind die Implikationen und Potentiale, die gerade die zeitbestimmten Aspekte des Ausstellens besitzen, die Prozesse, Taktungen und Dynamiken im Zusammenhang mit dem Öffentlich-Werden von Kunst und Kultur.

Die Tagung findet in englischer Sprache statt – die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Judith Krakowski, E-Mail: krakow@hgb-leipzig.de
 
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig - Academy of Visual Arts
Wächterstr. 11
D-04107 Leipzig
 

Mit Unterstützung von:
Bundesministerium für Unterricht, Kultur und Kunst, Wien
Michael & Susanne Liebelt –Stiftung, Hamburg
Volkswagen Stiftung, Hannover

 

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film plus*: Ich sehe was, was Du nicht siehst

Über das Leben in der Unsichtbarkeit

mit Ascan Breuer, Moderation Luc-Carolin Ziemann

Termin: 18. Januar 2012
Ort: Galerie für Zeitgenössische Kunst
       Karl-Tauchnitz-Str. 9-11, 04107 Leipzig
 
Seit Mitte der 90er Jahre wurden die Möglichkeiten, legal nach Europa einzureisen stark eingeschränkt. Trotzdem kommen Jahr für Jahr viele tausend Menschen nach Europa. Sie überwinden die Grenzen mit Hilfe von Schleppern und Menschenschmugglern, unter menschenunwürdigen, oft lebensgefährlichen Umständen.
Einmal in Europa angekommen, leben viele von Ihnen im Untergrund, aus Angst vor der Abschiebung. Trotz ihrer Unsichtbarkeit sind diese Menschen Teil der Gesellschaft, sie arbeiten hier, bekommen Kinder, leben ihr Leben – und machen Deutschland zu dem, was es ist.

Forst“ von Ascan Breuer, Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad, Österreich 2005, 50 min

„Forst“ ist ein Portrait über die Unsichtbarkeit als Facette der Unterdrückung. Der Dokumentarfilm erzählt von einem Wald, der inmitten Europas jenseits von Urbanität und Zivilisation eine Gemeinschaft von Verbannten beherbergt - eine gestrandete Welt. Eine diffuse aber doch totale Kontrolle sorgt dafür, dass diese Welt nicht in unserer Wirklichkeit auftaucht. Doch in „Forst“ beginnen die Verbannten sich zu artikulieren und ihre eigene Wahrheit zuerzählen. Sie entsinnen sich ihrer Identität als politische Flüchtlinge und beginnen Befreiungspläne zu schmieden.

Forst verstört und lässt tausend Fragen offen. Forst ist ein kein klassischer Dokumentarfilm und in diesem Sinne utopisch: Er dokumentiert einen Kampf an einer verhärteten Front, den Kampf um die Wirklichkeit. Der Blick der Erzähler steht jenem der Zuschauer provozierend, anmaßend und angriffslustig gegenüber…

„[Forst] verweigert sich […] radikal dominanten dokumentarischen Wahrheitspolitiken, die das öffentliche Bild von Migration beherrschen. Das Video lässt sich nicht auf die ambivalente Umdeutung besetzter Metaphern ein, sondern öffnet einen Zugang zur universalen Gültigkeit der Erfahrung von Flüchtlingen...“ (Hito Steyerl)

Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussion mit dem Filmemacher Ascan Breuer statt.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Pressebilder zum Download und Informationen: http://filmplusleipzig.wordpress.com

Pressekontakt: filmplusleipzig@googlemail.de oder 0173-3925231

Forst

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Mittwoch, 18.01.2012, 14 Uhr, Raum 3.48

Vortrag: Sigrid Gareis

Tanz zeigen - Kurator/Kuratorin als neue Berufsbezeichnung in der darstellenden Kunst


Sigrid Gareis ist Dramaturgin/Kuratorin/Cultural Producer mit dem Schwerpunkt zeitgenössischer Tanz.

Nach dem Studium der Völkerkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München hatte sie 1991/1992 die Fachbereichsleitung Internationaler Kulturaustausch des Siemens Arts Program inne und kümmerte sich um den Aufbau der Kulturarbeit des Siemens Arts Program in den neuen Bundesländern. Von 1990 bis 2000 war Sigrid Gareis beim Siemens Arts Program für den Aufbau und die Leitung des Fachbereichs Theater/Tanz zuständig und von 2000 bis 2009 war sie (Gründungs-)Intendantin und Co-Geschäftsführerin des Tanzquartier Wien.

 

Eintritt frei.